Interview mit Peter Decker, Macher von 'Webhits':"Die Zeichen stehen Peter Decker, der "Erfinder" von Webhits, dem bisher
einzigen Zugriffszähler in Deutschland, plaudert für MISSING LINK aus dem Nähkästchen. |
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CK.: Der einfache Zähler kostet jetzt 20 Mark im Jahr. Rechnet sich das denn? Oder ist Euer Dienst nur eine Art Werbung für
Zusatzangebote? Wenn ja, welche denn? Peter Decker: Die reinen Betriebskosten des Servers können wir wahrscheinlich bald aus den Werbeeinnahmen und den Jahresabos finanzieren. Allerdings steht die in das Projekt investierte Zeit auf einem anderen Blatt. Nicht zu vergessen: mit steigenden Counter-Zahlen sind auch immer wieder Investitionen in die Technik notwendig, um den Standard von WebHits zu halten und uns von der amerikanischen Konkurrenz abzusetzen. CK.: Welche Technik steht eigentlich dahinter? Wie realisiert Ihr die vielen Zugriffe auf Euren Server? Schließich werden tausende Seiten immer mit zeitgleichem Zugriff auf WebHits abgerufen....
CK.: Seit es das WebHits-Forum gibt, hat sich da eine kleine Gemeinde versammelt, die
gern über alles mögliche, nur nicht über Fragen rund um den Zähler diskutiert. Ihr
habt jetzt sogar eine Chat-Gelegenheit geschaffen. Erzähl doch mal, wie Euch
das vorgekommen ist: überrascht gewesen über soviel soziales Leben? Warum
bietet Ihr diesen Service, das ist ja nun wirklich kostenlos...?
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PRIVAT oder KOMMERZIELL? |
CK.:Es hat da ja einen kleinen Aufruhr gegeben, als Ihr die Möglichkeit
abgeschafft habt, durch eigenes mehrmaliges Abrufen den Zählerstand
hochzutreiben. Einige Seiten in den Peter Decker: In der Anfangsphase von WebHits konnten wir uns offengestanden nicht vorstellen, daß jemand absichtlich (und täglich!) mehrere hundert Male seine eigene Seite aufrufen würde. Nun, wir wurden eines schlechteren belehrt. Um Chancengleichheit in den WebHits-Charts zu wahren, haben wir den programmtechnischen Mehraufwand auf uns genommen. Als Nebenprodukt ist daraus auch unsere Besucherstatistik entstanden. Jeder registrierte Nutzer kann mit WebHits jetzt auch sehen, wer die lezten 100 Besucher seiner Seite waren. CK.:Wenn man mal die kommerzielle und die nichtkommerzielle Hitliste vergleicht, stellt man fest, daß die nicht-kommerziellen Seiten die höheren Abrufzahlen haben. Ist das nicht seltsam? Wie erklärst Du das? Sind die Privaten die besseren Webber??? Peter Decker: In Deutschland ist das zur Zeit. auf jeden Fall so. Das Internet bei uns lebt aus meiner Sicht von vielen meist privaten Einzelinitiativen. Dies mag sich in den nächsten zwei, drei Jahren jedoch verschieben. Allerdings muß man auch sehen, daß sich die "großen" kommerziellen Anbieter anscheinend schwertun, Ihre Abrufzahlen zu veröffentlichen. Trotz einiger Gespräche ist es uns bislang nicht gelungen, dort einen Counter installieren zu dürfen. Schade eigentlich!
CK.:Nochmal zur Unterscheidung kommerziell/ nichtkommerziell.
Meiner Ansicht nach ist diese Unterscheidung in diesem neuen Medium, daß ja
gerade die Grenzen traditioneller Aufteilung in Arbeit und Freizeit bei vielen
sprengt, schwer zu treffen und oft wenig nützlich. Ich nenne mal ein paar
Fälle: unstrittig kommerziell ist wahrscheinlich eine Firma, die Ihre
Angebote, die sie auch auf anderen Wegen bewirbt, nun im Netz bekannt macht. Die Plazierung eines Werbe-Banners (zumeist kommen diese von Link-Exchange etc. und bringen keine einzige Werbemark als Einnahme) macht natürlich aus einer Homepage noch kein kommerzielles Angebot, auch nicht der Hinweis auf ein selbstgeschriebenes Buch. Wenn im Impressum allerdings die XYZ GmbH steht, würde ich grundsätzlich kommerzielle Interessen hinter einem solchen Angebot vermuten.
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CK.: Webhits ist kritisiert worden wegen der Bannerwerbung, die zu
pornografischen Angeboten führt. Wie siehst Du dieses Problem der Pornografie im Web?
Macht Ihr Euch darüber Gedanken? Peter Decker: Selbstverständlich machen wir uns Gedanken und sehen auch die Problematik. Das angesprochene Banner haben wir mittlerweile entfernt, weil es definitiv gegen unsere Auflage verstoßen hatte, nicht DIREKT auf Seiten mit expliziten Bildern zu führen. Jedoch muß natürlich auch gesehen werden, daß prinzipiell jede Seite im Netz mit allen anderen verbunden. Wir sind der Auffassung, daß es die Aufgabe von Eltern ist, mit Hilfe geeigneter Software ihre Kinder zu schützen. Gleichzeitig liegt die Verantwortung für Inhalte bei den Autoren der Seiten und nicht bei einem Webcounter oder einer Suchmaschine, die auf die Angebote linkt.
Peter Decker: Wir sind im Laufe der Zeit auf unzählige Seiten gestoßen, welche die
vielen Konfigurationsmöglichkeiten unseres Counters voll ausschöpfen. Da
haben sich einige Autoren viel, viel Mühe gemacht und wir dachten, die sollte belohnt werden. Bis zum 15. November kann sich noch jeder zum
"WebHits Art Contest" anmelden und mitmachen. Es kommen täglich neue
Teilnehmer dazu, und der Wettstreit ist voll entbrannt. Wir haben einige
Sachpreise ausgesetzt (dem vom Publikum gekürten Sieger winkt ein
Highspeed-Modem) und freuenn uns über die große Resonanz.
CK. Was macht Dir an Deiner Arbeit am meisten Spaß? Wieviele Stunden arbeitest
Du pro Woche? Surfst Du auch noch "privat" im Netz? Hast Du bestimmte Wünsche für die
Zukunft ?
CK: Gibt es noch was, was Du gern sagen möchtest?
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