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"Logische Einheit als die von Denken ist gebunden an die individuelle
Identität, ohne welche sie nicht zustandekäme [...]. Das Einzel-Ich ist Eines
nur vermöge der Allgemeinheit des numeri- schen Einheits- prinzips; die Einheit
des Bewußtseins selber Reflexionsform der logischen Identität. Daß ein individuelles Bewußtsein Eines sei, gilt nur unter der logischen Voraussetzung vom ausgeschlossenen Dritten: daß es nicht ein Anderes soll sein können." Adorno (Negative Dialektik, Fußnote S.145f) |
Kommentar zur ...die Schraube sitzt im Denken selbstDaß personale Identität hauptsächlich in der Mall gebildet wurde, halte ich für eine - postmoderne? - Verkürzung, denn es gibt sozialisationsmäßig andere, mindestens ebenso wirksame 'Identifikatoren', die noch eher mit 'Herrschaft' in Verbindung zu bringen sind. Gemeint sind die Orte im gesellschaftlichen System, welche m.E. gerade das Subjekt davon abhalten, sich irgendwelchen freien Spielen, die gar die Konsumentenidentitäten durchbrechen koennten, hinzugeben. Dazu zählt das 'bürgerliche Subjekt', also der staatlicherseits - juristisch und verwaltungsmäßig - erfaßte und stets disziplinarisch bedrohte Bürger sowie das erwerbstätige Subjekt, also der sich zu Zwecken des Brot-etc.-Erwerbs anpassende Mensch.Ich glaube, auch heute noch finden sich mehr von letzteren Rollen deformierte Leute als hedonistisch-zersplitterte Konsumenten- Identitäten. Was also die Menschen davon abhält (und also zu thematisieren wäre), ihre Identität als Spiel zu betrachten, ist m.E. die Tatsache, daß (immer noch) Strukturen existieren, die sie zur Spielfigur, nicht zur/zum SpielerIn, machen - Identitätsverlust als Existenzgefährdung. Theoretisch interessanter aber finde ich folgenden Einwand: Wandelt mensch auf den alten, jedoch noch lange nicht ausgetretenen Pfaden Adornos, kommt die Mehrdeutigkeit des Identitätsbegriffes ins Blickfeld. Der ständig unterschlagene Zusammenhang von subjektiver und begrifflicher (bzw. logischer) Identität (siehe nebenstehendes Adorno-Zitat), dessen Komplikationen ich allerdings nicht so ganz überschaue, legt nahe, daß keine Befreiung aus dem Identitätszwang zu finden sei, wo nicht zugleich Rationalität (die immer identifizierend verfahren muß) im Ganzen (nicht nur in einigen ihrer Manifestationen wie z.B. der Verwaltung) unnachgiebig kritisiert - und vielleicht als Rationalisierung entlarvt - wird. Ich belasse es hier bei dieser Skizze. Zusammenfassung: im Denken selbst sitzt die Schraube, die es zu lockern gälte, um endlich verrückt werden zu können. Anregungen zu Spielen nehmen sich dagegen wohl einigermaßen naiv aus; das "Befehlen des Meisters" - Ausgeburt instrumenteller Rationalität - geradezu kontraproduktiv dort, wo die Kritik des Befehls allein seine Fesseln sprengen könnte.
Zum Schluß: Einige Vorschläge, die Mall nicht zu zerstören, jedoch, sagen wir mal,
neu zu organisieren, finden sich hier:
Benjamin Jörissen
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