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Diese Seite ist ein Teil von Sorry, sie braucht etwas länger zum Laden, da hier viele Logos gezeigt werden! Kultur: Die Homepage und ihr LogoAls Zeichen des Jahres präsentiert das Internet-Magazin Pl@net in seiner Septemberausgabe stolz das "@": Aus den Klauen der Buchhalter befreit, trete das @, der berühmte Klammeraffe, der in keiner Emailadresse fehlen darf, jetzt ins Rampenlicht. Das Pl@net-Team bittet um Zusendung herausragender Exemplare, denn man will ein Museum aufbauen, das weltweit erste @-Museum! Der verdienstvollen Initiative um ein wichtiges Element der Internet-Kultur ist Erfolg zu wünschen, allerdings kommen die Dinge meist dann ins Museum, wenn ihre große Zeit vorbei ist.Wer widmet dem @ denn heute noch Aufmerksamkeit oder versucht sich gar an einer kreativen Neugestaltung? Die Mail-Adresse auf der Visitenkarte hat längst Konkurrenz bekommen: Eine unmöglich zu merkende Zeichenkette, die Web-Adresse, zeichnet den Inhaber als Besitzer einer eigenen Homepage im WorldWideWeb aus, potentiell (!) erreichbar von geschätzten 40 bis 50 Millionen Usern - ein erheblicher Vorteil gegenüber der Mail-Adresse, um deren Verbreitung sich jeder selber kümmern muß. Das Verfassen einer persönlichen Web-Site kann als Vorbereitung der bürgerlichen Geburt im Cyberspace gesehen werden, denn mittels Homepage geschieht der Beitritt zur Netzgemeinde, der virtuellen Gemeinschaft des vielgerühmten Global Village. Es gilt, die richtige Mischung zu treffen zwischen narzißtischer Selbstdarstellung und Inhalten, die auch andere interessieren könnten, eine schwierige Gratwanderung! Gerade hat die Deutsche Telekom den 1,2 Millionen Nutzern ihres Online-Dienstes auf ihren Servern Platz für private Homepages eingeräumt und damit unzählige Menschen in solche nicht unkomplizierte Geburtsvorbereitungen gestürzt. Neben den angedeuteten inhaltlichen Problemen muß sich der Neuling auch mit Fragen der Gestaltung befassen: Design dominiert das grafische Web und wer den Stil der Zeit, der sich rasend schnell ändert, verfehlt, läuft Gefahr, im Nirgendwo ungelesen zu verkümmern. Hat sich der Initiand mit all diesen Fragen auseinandergesetzt, taucht noch ein letztes Problem vor ihm auf: Wie soll der Leser zu den Inhalten finden? Nur schlichte Charaktere - im Netz kaum vertreten - begnügen sich mit ein paar persönlichen Daten auf einer einzigen Seite. Schließlich müssen möglichst alle Aspekte des auszustellenden Ichs ihren Platz finden: die Arbeit, die Hobbys, der letzte Urlaub, die Bilder vom Hund und vielleicht auch der Bericht vom Entwicklungsstand des Aquariums. Wie da durchfinden? Anders als im Buch, das der Leser durchblättert, müssen hier die Verbindungen zwischen den Seiten selbst geschaffen werden, etwa durch Einbau anklickbarer Schaltflächen. Spätestens jetzt lohnt ein Blick in den Cache, den automatischen Sammelbehälter für nützliche Bildchen, Symbole, Pfeile, Punkte; ein Stück Festplatte, auf dem jeder Netz-Browser die Bildbestandteile bereits besuchter Seiten speichert. Dort findet sich mit Sicherheit das Symbol, das wirklich jeder braucht: das HOME-Icon. Nach Hause in 1000 GestaltenHome, Heim, Heimat - wir wissen nicht, wer zuerst das Bild eines kleinen Häuschens als Zeichen mit der Bedeutung "Zurück zur Leitseite" verwendet und damit einen - glücklicherweise unschädlichen - Virus in die Welt gesetzt hat, der sich seither unaufhaltsam ausbreitet, jede Web-Seite infiziert und immerzu neue Formen annimmt.Betrachtet man eine kleine Sammlung unterschiedlicher Home-Logos, so fällt auf, daß sich hier die Geschichte des symbolisierenden Gestaltens der Menschheit wiederholt. Der Weg beginnt beim Abbild einer Wirklichkeit: die möglichst realitätstreue Darstellung des US-Amerikanischen Landhauses ist ein beliebtes Motiv, meistens mit, manchmal ohne Garage. Auch von Kinderzeichnungen inspirierte Bilder finden sich: ähnlich dem Punkt-Punkt-Komma-Strich des typischen Gesichts besteht so ein Logo aus Fenster-Fenster-Türe-Dach und manchmal noch etwas, das dem Verfasser wichtig schien, etwa ein übergroßer Telegrafenmast, der die Notwendigkeit des "Beeing Wired" unterstreichen soll. Die nächste Stufe der Gestaltung führt zum Zeichen, zum Piktogramm, das in seiner abstrahierten Form ein Haus nur noch andeutet. Auf der Ebene der Zeichen setzt das Design ein (und die Urheberrechte), das Zeichen wird Gegenstand künstlerischen Schaffens und gewinnt ästhetische Qualität. Vom Haus bleibt unter Umständen nur noch ein Dach (vereinzelt sieht man Bemühungen, das "@" als Zitat in die neue Welt des "HOME" zu integrieren). Schließlich die typographischen Lösungen: das Wort "HOME" wird grafisch umgesetzt - wir sind in der Gutenberggalaxis angekommen. Von der Regel, ein Haus als Symbol zu verwenden, gibt es wenige, aber beeindruckende Ausnahmen: Etwa die Weltkugel als "Home" - hier spielt möglicherweise der ökologisch korrekte Imperativ eine Rolle, wonach wir keine andere Heimat als die Erde wünschen sollen. Doch auch andere Interpretationen sind zulässig: Wir blicken auf die Erde, unseren Ausgangspunkt (= home), auf der wir unseren physischen Körper in Warteposition zurücklassen müssen, wenn wir in den Cyberspace, die virtuelle Welt hinter dem Monitor, eintreten... Dort sitzt er normalerweise auf einem wenig bequemen Bürostuhl, Anlaß genug für eine weitere kreative Umgestaltung des Home-Logos: Ein dicker Polstersessel lädt dazu ein, nach Hause zu kommen - und wer dabei an die Couch-Potatoes der Fernsehgemeinde denkt, ist ein Miesmacher! Bald, so prophezeien zumindest die Produzenten der Unterhaltungsindustrie, wächst sowieso zusammen, was zusammengehört - und Zappen und Klicken wird eins in unserem voll-digitalen, multimedialen HOME. Diese Seite gehört zu
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