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Ganzheit "Geh' niemals irgendwohin, wo Du andere Kleider anziehen mußt!" Der lockere Spruch aus den 70gern spricht mir auch heute noch aus der Seele: das Maskenhafte der sozialen Rollen, die Zwänge und Riten der Arbeitswelt - wer hätte nie darunter gelitten, egal ob in Anpassung oder Widerstand? Die Verlagerung eines großen Teils der Arbeitswelt in die Computernetze, die Übernahme von Stadtfunktionen durch den Cyberspace, hat befreiende Aspekte: wer nicht mag, braucht sich garnicht mehr anzuziehen und kann doch "voll da sein"! Das gestelzte und mit Dünkel befrachtete Auftreten der Unternehmen und akademischen Kreise - alles Ballast in der schnellen Netzwelt, der bloß unangenehm auffällt. Aufgehoben ist die Trennung zwischen privat und öffentlich, zwischen Arbeit und Freizeit - wer aber nicht aufpaßt und sich die notwendigen Rhythmen und Strukturen selbst schafft, findet sich leicht als verwahrloster Netaholic wieder, der zwar weltweit kommuniziert und arbeitet, aber mit seiner physischen Umwelt und den "Nicht-Netties" garnicht mehr zurecht kommt, sie gar als eine Art ungebildete 'Eingeborene' einer untergehenden Welt erlebt. Fundamental und folgenreich ist die Abspaltung des erdenschweren, überflüssig scheinenden Körpers vom lichtschnellen Mind, dem die Welt offen steht. Wer sich nicht stets bewußt ist, daß der materielle Körper nicht nur bloße Stoffwechselmaschine mit Transportfunktion fürs Gehirn ist, sondern ebenso Sitz der Gefühle, die ihrerseits die Gedankenwelt beeinflussen, dessen Entfremdung und Zersplitterung wird durch die "Cyberisierung" erheblich verstärkt. Schon im Kindergarten, erst recht in der Schule, müßten Übungssystheme wie Yoga, T'ai Chi oder ähnliches gelehrt werden, damit überhaupt ein Gewahrsein der Ganzheit möglich bleibt in der immer stärker mentalisierten Umwelt eines vernetzten Planeten. |